Studebaker ist heute in der breiten Öffentlichkeit praktisch unbekannt und wurde lange Zeit in den Mülleimer toter Autohersteller verbannt. Allerdings hätte das Schicksal des in Indiana ansässigen Autoherstellers in den frühen 1960er Jahren anders verlaufen können, wenn die Führungskräfte die vorgeschlagenen evolutionären Ideen in ihren eigenen vier Wänden übernommen hätten. Der Automobildesigner Brooks Stevens entwarf einen neuen Lark mit austauschbaren Karosserieteilen, was es Studebaker ermöglichte, mindestens drei sehr unterschiedliche Versionen des Fahrzeugs zu bauen. Die möglichen Modifikationen waren weitaus extremer als das, was zwei Jahrzehnte später mit dem Pontiac Fiero oder dem Nissan Pulsar NX möglich war.
Laut dem Historiker Richard M. Langworth bestand Stevens‘ Vorschlag für einen neuen Studebaker Lark darin, einen amerikanischen Rivalen zum Volkswagen Käfer zu schaffen. Der in Milwaukee geborene Designer stellte sich eine Kleinwagenlimousine vor, die aus zehn Glasfaserplatten zusammengesetzt war. Zusammen mit den Fenstern, Stoßstangen, Leuchtengehäusen und Türen könnte der Austausch von Teilen den Lark in eine Limousine, ein Coupé oder einen Kombi verwandeln. Stevens stellte sich sogar eine Mikrobus-Variante seines Lark vor. Es wurde geschätzt, dass der Bau des Fahrzeugs 585 US-Dollar kosten würde und für 1.085 US-Dollar verkauft werden könnte. Zum Vergleich: Der Rambler von AMC startete 1963 bei 1.830 US-Dollar. Der Lark hatte einen Deal für Kunden und eine Gelddruckmaschine für Studebaker.
Der vorgeschlagene Lark hatte ein archaisches Chassis unter seinem radikalen Äußeren
Auch wenn diese Version der Lerche zu schön klingt, um wahr zu sein, war die Idee nicht perfekt. Laut Indie Auto hatte Studebaker noch kein Step-Down-Chassis eingeführt und der Lark wäre auf einem veralteten Chassis gebaut worden. Daher würde die mangelnde Beinfreiheit des Fahrzeugs im Vergleich zur Konkurrenz wahrscheinlich den Umsatz beeinträchtigen. Während der vorgeschlagene Lark für uns hier im 21. Jahrhundert zeitgenössisch aussieht, kam sein äußeres Design nicht gut an. Die kleinen Räder und die niedrige Gürtellinie ließen den Wagen mit Spielzeugautos vergleichen.
Ob sich Stevens‘ Lark gut verkauft und Studebaker gerettet hätte, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Der niedrige Preis und die Flexibilität sind für potenzielle Kunden immer ein großer Anziehungspunkt, aber ein radikales Design kann Menschen davon abhalten, jemals über einen Kauf nachzudenken. Nach einem modernen Vergleich müssen wir nicht lange suchen. Auch wenn der Ferrari Luce am anderen Ende des Preisspektrums liegt, kann man ihn wegen seines Außendesigns nicht lieben, aber das Auto geht tatsächlich in Produktion.









