Beim Großen Preis von Japan an diesem Wochenende hofft McLaren, sich von einem alptraumhaften Doppel-DNS in Shanghai zu erholen. Der amtierende F1-Konstrukteursmeister gab am Donnerstag bekannt, dass ein Softwareproblem mit der Batterie von Lando Norris das Team dazu zwang, sein Auto letzte Woche vor dem Start vom Großen Preis von China zurückzuziehen. Laut motorsport.com geht man davon aus, dass der Mercedes-Energiespeicher dauerhaft beschädigt und für künftige Rennen unbrauchbar ist.
Der Batterieausfall hat Norris bereits zu Beginn der Saison in eine prekäre Lage gebracht. Jedem Fahrer stehen für die gesamte Saison nur drei Batterien zur Verfügung. Auch wenn die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt wurden, ist es nicht gut, in der zweiten Runde eines nun 22 Runden umfassenden Zeitplans einen Energiespeicher zu verlieren. Wenn Norris gezwungen ist, eine vierte Batterie zu verwenden, muss er mit einer Strafe von zehn Startplätzen rechnen.
Die Entscheidung, die Batterie wegzuwerfen, wurde nicht leichtfertig getroffen und fiel erst nach einer Untersuchung durch Mercedes-AMG High Performance Powertrains, dem F1-Motorenbauzweig des Autoherstellers. McLaren-Teamchef Andrea Stella sagte in der Pressekonferenz am Freitag:
„Nein. Wir vertrauen zu 100 Prozent darauf, dass HPP Abhilfemaßnahmen ergriffen hat. Ich denke, dass wir als Team gefährdet sind, ebenso wie alle anderen Teams.
Kunden sind Bettler, keine Wähler
Die Debütsaison mit neuen Triebwerksvorschriften ist für jedes Team immer eine Herausforderung, aber für die Teams, die Motoren kaufen, ist es noch schwieriger. Die Werksteams sind direkte Konkurrenten ihrer Kunden. Während die FIA Regeln aufgestellt hat, nach denen Kundenteams Zugriff auf dieselben Motoreinstellungen wie die Werksteams haben müssen, bedeutet dies nicht, dass sie wissen, was zu tun ist, um die optimale Leistung aus einem Triebwerk herauszuholen. ESPN berichtete Anfang des Monats, dass McLaren Mercedes aus genau diesem Grund kritisch gegenüberstand und das papayafarbene Team im Dunkeln ließ.
Die Ungleichheit zwischen Werk und Kunden ist für McLaren noch frustrierender, da sich der diesjährige Mercedes als das beste Paket erwiesen hat. Das deutsche Werksteam hat in den beiden bisherigen Rennen zwei Doppelsiege erzielt. Unterdessen liegt McLaren derzeit mit einem Punkt Vorsprung auf dem dritten Platz der Konstrukteurswertung. Der dritte Platz hört sich vielleicht nicht schlecht an, aber der Rückstand auf die Spitze beträgt bereits 80 Punkte. Das sind mehr als drei Rennsiege.









