Hier ist ein Gedankenexperiment für Sie. Wenn heute eine neue Marke ohne vorheriges Marketing und ohne Verbindung zu einer bestehenden Marke auf den Markt kommt, wissen Sie nichts über sie. Wie viel Geld würden Sie dann in die Tasche stecken, wenn das Produkt wirklich gut ist? Es gibt einige ähnliche historische Analoga, wie den Lexus LS400, der Anfang der 1990er-Jahre die Käufer von Mercedes-Benz überzeugte, oder den Acura NSX, der Ferrari zurück ans Zeichenbrett drängte. Obwohl beide Marken Verbindungen zu bestehenden Marken hatten, waren sie praktisch völlig neu im Spiel, da Toyota noch nie zuvor ein Hyper-Luxusauto gebaut hatte und Honda neu in der Welt der Mittelmotor-Supersportwagen war. Lexus hat es in den 2000er Jahren mit dem vielgeachteten LFA erneut geschafft und einen aufregenden Supersportwagen geschaffen, den niemand für möglich gehalten hätte. Vielleicht ist Tesla dafür besser geeignet, da das Unternehmen den ursprünglichen (und einzigen) Roadster mit einer noch unerprobten Marke und damals noch unerprobter Technologie auf den Markt gebracht und im Grunde von Grund auf einen völlig neuen Markt aufgebaut hat. Haben Sie diesen neuen Marken damals vertraut und vertrauen Sie ihnen auch heute noch?
Dies ist eine Folgefrage aus dem QOTD vom letzten Samstag, als ich Sie gebeten habe, mir alle Ihre Gedanken zu chinesischen Autos mitzuteilen. Lasst es uns noch einen Schritt weiter gehen. Nehmen wir an, eine chinesische Marke könnte genau das von Ihnen gewünschte Fahrzeug zu einem günstigeren Preis bauen, als eine US-Marke jemals mithalten könnte. Vielleicht ein kompetenter F-150-Konkurrent für 25.000 US-Dollar oder ein neuer Zweisitzer, der den Miata übertrifft, für neunzehntausend Dollar. Würde es Sie interessieren, welcher Name oder welche Plakette auf dem Auto war? Wenn alles andere gleich bleibt, wie wichtig ist Ihnen der Markenname?
Für einige Leser bin ich sicher, dass es ein Dealbreaker ist. Du bist ein langjähriger Mazda-Fan, oder du hast ein Blue-Oval-Tattoo, oder dein Vater war ein UAW-Mann und du würdest nicht tot erwischt werden, wenn du etwas fährst, das von einer gewerkschaftsfreien Werkstatt gebaut wurde. Autos werden selten allein nach Sinn und Zweck gekauft, wir sind alle emotionale Tiere und uns ist es wichtig, was uns am Herzen liegt. Wie viel billiger (oder besser für das gleiche Geld) müsste ein Mitbewerber sein, damit Sie Ihre Kaufpräferenz von einer vertrauenswürdigen Marke auf einen neuen, noch unbekannten Hersteller verlagern. Was ist mit Scout, Slate, REO oder einer Reihe anderer Mikro-Startups? Haben Sie in den 1960er Jahren ein neues japanisches Auto gekauft? Haben Sie in den 1990er-Jahren ein neues koreanisches Auto gekauft? Ich möchte davon hören.
Sagen Sie uns in den Kommentaren unten Ihre Meinung zum Thema Markentreue und wir werden darüber diskutieren. Dann wähle ich ein paar meiner Favoriten aus, um sie für alle anderen noch einmal zusammenzufassen.
Was neu ist, ist anders
Ich möchte Ihnen einen Auszug aus einem Blogbeitrag hinterlassen, den Hyundai im Jahr 2010 veröffentlicht hat und in dem es um den Eintritt in den US-Markt mit dem damals neuen Excel-Kleinwagen von 1986 geht.
Der Zeitpunkt für Hyundais Eintritt in den US-Markt im Jahr 1986 war ideal. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Automobilhersteller den Einstiegsmarkt aufgegeben und sich stattdessen hochpreisigen Fahrzeugen der Oberklasse zugewandt, wodurch eine große Marktlücke entstand. Erstmalige Autokäufer wie Studenten und junge Familien konnten keine adäquaten, preiswert ausgestatteten Autos finden, die ihren Bedürfnissen entsprachen, deren Preis jedoch im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten lag.
Im Februar 1986 brachte Hyundai sein Kleinwagenmodell Excel auf den US-Markt. Die Reaktion des Kunden erfolgte sofort; In nur sieben Monaten hatte Hyundai Motor America seinen 100.000sten Excel verkauft. Die Gesamtverkäufe im Jahr 1986 beliefen sich auf 168.882 – ein Branchenrekord für einen Importautohändler im ersten Jahr.
Vierzig Jahre später sind wir wieder da, wo wir angefangen haben. Die meisten Automobilhersteller haben den Einstiegsmarkt zugunsten von hochpreisigen Fahrzeugen der Oberklasse aufgegeben und so eine große Marktlücke hinterlassen. Da derzeit keine wirklich wertorientierten Autos bei den Händlern erhältlich sind, bleibt die Tür für einen neuen Eintritt in den US-Markt weit offen. Seit diesen bescheidenen Anfängen besitzt Hyundai mittlerweile erstaunliche 11,8 % des US-amerikanischen Neuwagenmarktes. Das sagt mir, dass amerikanische Autokäufer äußerst kostenbewusst sind und ein neues Unternehmen mit einem billigen Auto, auch wenn es sich um ein etwas minderwertiges Produkt handelt, wirklich auf den Markt kommen und den verlassenen Markt für preiswerte Autos aufräumen könnte.
Wird jemand diese Gelegenheit tatsächlich nutzen und versuchen, eine winzige Gewinnspanne durch ein riesiges Volumen auszugleichen? Die Zeit wird es zeigen, aber das scheint die perfekte Gelegenheit für ein neues Unbekanntes zu sein, für Furore zu sorgen, oder vielleicht für die Rückkehr einer längst vergessenen Marke. Sollten Isuzu oder Suzuki wieder auf dem US-Markt Fuß fassen? Teilen Sie mir Ihre Meinung in den Kommentaren mit.









